Nachdem der erste Ausflug nach Hitzacker mit einer Bootsfahrt anstelle einer Stadtbesichtigung endete, sind wir einfach nochmal hingefahren, denn das Städtchen hat uns sehr gut gefallen. Also, wieder hinein in Metronom und ein schienenbusähnliches Teil, wieder vorbei an zerquälten Gärten (O-Ton Mutter Jinx) und in die Altstadt von Hitzacker.

Die Altstadt liegt auf einer Insel, umgeben von Elbe und Jeetzel. Man überquert eine Brücke und kommt an einem alten Wachhaus vorbei, das heute ein Restaurant beherbergt.

Überschaubar, aber hübsch: Das Schloss; heute Rathaus und Touri-Information.

Das alte Zollhaus, heute Museum (für einen Besuch war es viel zu warm)

Fachwerkhäuser sind typisch für Hitzacker.

Ob verputzt …

… oder naturbelassen in Klinker

Es gibt viele kleine Gassen.

Und hinter Zäunen finden sich schöne Gärten (die an diesem Tag besonders reizvoll erschienen, weil sie schattig waren).

Es ist wie immer und überall: Autos stören.

Aber hier kommen sie nicht überall durch.

Hitzacker ist ein sehr entspannter und wunderschöner Ort, ideal für einen Kurzurlaub.

Hier sind die Gärten auch nicht so zerquält wie am Bahnhof.

Die Störche sind in zwei Wochen mächtig gewachsen.

Diesmal hatten wir auch Zeit für die Kirche; die knubbelig-gedrungene Bauweise ist typisch für die Gegend.

Die kleine Gaube am Turm bedacht eine Glocke, die mit stündlichem Gebimmel ein wenig nerven kann.

Typisch für den Norden und schön protestantisch-streng (aber stimmungsvoll): der klassizistische Innenraum.

Multifunktional, platzsparend und ohne überflüssiges Gedödel: der Kanzelaltar

Die Orgel

Die gelben Kreuze sind ein Symbol für den Widerstand gegen die Wiederaufbereitungsanlage Gorleben.
Hitzacker besitzt einen der nördlichsten Weinberge. Trotz der Hitze entschlossen wir uns heroisch zur Besteigung des Berges, wo wir von wilden Tieren zerfleischt wurden (bei diesen Mücken half nicht mal die Anwesenheit von Mutter Jinx – ich wurde tatsächlich gestochen).
Auf dem Weg dorthin kommt man an den Resten einer Tanzkastanie vorbei. Dieses beeindruckende Naturdenkmal ist ca. 300 bis 400 Jahre alt. Sie musste leider stark zurückgeschnitten werden und wurde danach unterpflanzt; der Stamm mit einigen Ästen ist jedoch erhalten.

Die Äste wurden künstlich heruntergezogen, damit man auf der ersten Ebene einen Tanzboden errichten konnte.

Heute müssen die Äste abgestützt werden, und vor dem Betreten des Geländes wird gewarnt, da Baumteile herunterfallen können.

Wir entschlossen uns jedoch, das Schild nicht gesehen zu haben und umrundeten den Baum.

Und das lohnte sich: Wir leben noch, und der Baum ist von der Rückseite besser zu erkennen und sehr beeindruckend.

Es war aber wirklich schon etwas verwittert, das Schild.

Und auch gar nicht mehr so gut lesbar.

Abgesehen davon war die Absperrung offen. Jawohl.

Die Zwerge auf dem Schild verweisen auf eine Legende.

Nun aber zum Weinberg: Der ist nicht sehr groß und besteht aus 99 Reben, die pro Jahr etwa 120 Flaschen ergeben.

Der Weinanbau hat in Hitzacker eine jahrhundertealte Tradition, und es gibt sogar eine Weinkönigin (was in Weinanbaugebieten, so klein sie auch sein mögen, eine Art unvermeidbares Übel zu sein scheint).

Oberhalb des Weinbergs befinden sich die Reste der ältesten Burg des Wendlandes, und man hat einen schönen Blick auf die Altstadt.
Nach dieser eher alpinen Erfahrung beschlossen wir, zum Wasser zurückzukehren, wo die Temperaturen erträglicher waren. Also setzten wir uns auf die Böschung und sahen dies:

Außerdem sahen wir noch die Störche, die Nahrung für ihren ewig hungrigen Nachwuchs heranschafften. Da macht schon das Zusehen bei dieser Hitze müde.
Ich entschloss mich zu einer eher entspannenden Tätigkeit:

Spinnen in den Elbtalauen. Das neue Spindelgehäuse macht’s möglich.
